Dr. Franziska Schwarz – Graphic Recorder


Simone und Franziska beim Career Day der Potsdam Graduate School (POGS).

Simone und Franziska beim Science Career Day der Potsdam Graduate School (POGS).

Franziska, Du bist als Post Doc an der Charité angestellt und hast angefangen Dich mit Visual Recording/ Graphic Recording zu beschäftigen, wie kam es dazu? Was ist eigentlich VR/ GR?

Im Forschungsalltag nimmt man an vielen Seminaren und Kongressen teil und macht sich meist Notizen. Meist sind diese nach kurzer Zeit vergessen. Ich habe mich gefragt, ob es nicht eine strukturierte Methodik gibt, Notizen zu machen und gleichzeitig bildlich zu arbeiten. Ich würde fündig, die Antwortet lautete Sketchnotes, visuelle Notizen. So belas ich mich und trainierte. Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich das für gesamte Vortragsreihen auch live in einem großen Format anfertigen kann. Und so wurde ich Graphic Recorder.

Wie sieht eine normale Woche im Moment bei Dir aus? Was ist das Tolle an deinem Job und VR?

Meine Woche teilt sich in den geregelten Ablauf um meinen Forschungs- und Lehrauftrag und in die ungeregelten Anfragen um visuelle und graphische Problemlösungen auf. Meine Tage beginnen entsprechend mit der Arbeit im Labor oder dem Unterrichten und zum Nachmittag kann ich mich den Anfragen widmen die Abbildungen, Grafiken und Logos für wissenschaftliche Poster und Vorträge betreffen und eben auch der Terminplanung um auf wissenschaftlichen Kongressen die Visuelle Live Dokumentation zu machen. Ich habe so mit den unterschiedlichsten Projekten zu tun, erhalte interessante Einblicke und helfe dabei komplexe Sachverhalte auf das Essentielle zusammenzufassen, ‚nur durch zuhören und zeichnen‘, das macht mir unglaublich Spaß.

Wo hast Du studiert/Wo studierst Du? Und wie hat Dir das Studium gefallen?

Ich habe in Potsdam Diplom Ernährungswissenschaft studiert und ich habe es sehr gern studiert.

Wie bist Du auf das Studium der Ernährungswissenschaft gekommen? Welche Passion hast Du für Ernährungswissenschaft?

Zufällig: Zum Hochschulinformationstag hörte ich drei Vorträge: 1. Geologie (das sollte es werden!), 2. Ernährungswissenschaft und 3. Biochemie. Der erste Vortrag war sehr ernüchternd und ich geschockt, aus dem zweiten wollte ich nicht wieder raus, Prof. Steinberg (Toxikologie) begeisterte mich. Da war gar nicht so viel Ernährung drin wie draufsteht, sondern viel Biochemie, Toxikologie, Lebensmittelchemie und Physiologie, diese Mischung gefiel mir. Das wollte ich alles zusammenhängend lernen und verstehen. Zum dritten Vortrag bin ich nie gegangen.

Du hast promoviert? Wenn ja/nein, warum?

Ja, um den Titel Diplom des Ernährungswissenschaftlers zu relativieren und im Bereich der Ernährungsmedizin zu promovieren, der Fachbereich interessierte mich. Mit dem Diplom und den dazu passenden Jobs konnte ich mich damals nicht identifizieren. Ich wollte gern forschen und das im klinischen Bereich.

Falls Du Familie hast, wie vereinbarst Du Familie und Job?

Nein, ich finde es gut so, es nicht vereinbaren zu müssen und bewundere die, die es meistern.

Zu guter Letzt, was würdest Du Berufseinsteigern aus unserem Fachbereich raten?

Sich sehr früh darüber Gedanken zu machen, was sie an der Forschung oder der Industrie reizt. Das heißt sich in den Berufszweigen in denen Ernährungswissenschaftler unterkommen können zu informieren gerade was die nötigen Abschlüsse betrifft, mit Alumni ins Gespräch kommen, Praktika absolvieren und sich immer den Interessen nach fortzubilden. Auch wenn das heißt das Studium nach dem Bachelor zu beenden, weil man doch unbedingt in die Beratung gehen will. Wer sein Ziel kennt, der kommt da auch hin.

Vielen Dank, Franziska!

FENS.1 10.2015